Die Ballade vom Kasperl und vom Krokodil

Der Kasperl und des Krokodil, des war'n de besten Freind:
Die zwa, die war'n, wia ma so sagt, aufs friedlichste vereint!
Der Kasperl, der war immer guat,
Des Krokodil, des razt eahm bis auf's Bluat -
Doch immer nua vor'm Vorhang, weil es is all's net so wia's scheint!

Des Krokodil is bös und beißt den Petzi und die Gretl,
der Kasperl nimmt sein Prügel und haut dem Kroko ans am Schädl..
des gfallt die Leut, sie paschen laut,
dass sich der Kasperl so was traut!
- und die Großmutter ruft zum Tisch, weil dort'n dampfen schon die Knödelů

Doch eines Tages schimpft des Krokodil:
"Des wird mir langsam alles z'viel!
Warum fallt eich denn nie a and'rer Schmäh ei?
Jedes Mal kriag i ane auf de Birn,
I wüü net immer nur verliern,
und wüü a nimmer nur fia eich des Weh sei!"

Da sagt der Kasperlintendant: "I brauch do ka Getöse!
Wanns'd du net machst, was in dem Büch'l steht, dann sag ich dir: Ich löse
Deinen Vertrag, dann kannst di schleich'n,
und i suach mir ganz schnell wen neich'n!"
Seitdem is der Zauberer mit'n spitz'n Huat der Böse!

Und die Moral von derer G'chicht, sag i bevor des Liad jetzt gar is:
"Ma waaß ganz afoch manchmal net, was Theater und was war is!
Red net alles nach, was and're sag'n,
Stell liaber deine eig'nen Frag'n!
dann kummst vielleicht von selber drauf, in welcher Supp'n no a Haar is!"



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