Zimt und Zauber
Zimt und Zauber Petra Hartl und Michael Radanovics singen Lieder aus eigener Feder, neues und traditonelles aus Wien, sowie internationale Songs (Chansons und Pop) in die Wiener Mundart übertragen. Die Palette reicht von heiter und unterhaltsam bis besinnlich und kritisch - Texte und Musik von H.C. Artmann, Eric Clapton, Bob Dylan, Andre Heller, Karl Hodina, Traude Holzer, Billy Joel, Norah Jones, Janis Joplin, Michel Legrand, John Lennon, Paul McCartney, Roland Neuwirth, Dr. Kurt Ostbahn, Michael Radanovics, Paul Simon, Sting u.v.a….
Die Geburtsstunde des Ensembles Zimt & Zauber war die Präsentation des Roland Neuwirth Songbooks (verf. Michael Radanovics) im Palais Palffy in Wien, bei der die beiden Berufsmusiker Petra Hartl alias Mimi Zimt und Michael Radanovics alias Michl Zauber zwei der Lieder Roland Neuwirths mit großem Erfolg spontan vorgetragen haben.
Inzwischen haben die beiden eine CD mit eigenen Liedern in Wiener Mundart aufgenommen und ein umfangreiches Repertoire erarbeitet.

Zimt & Zauber sind Preisträger beim Wettbewerb "Vinum et Litterae" am 21.11.2007 in Krems.

Bilder vom Wettbewerb
Download "Wie wird wohl heuer der Wein werdn"
"Es kann einen ein Song berühren, der "Sticht ma ins Herz" heißt und eben nicht "Killing me softly" oder - um noch einmal das Herz zu strapazieren - "Nur des Herz is, was zählt" anstelle von Stings wunderbarer Nummer "Shape of my heart". Mir ist das jedenfalls so gegangen, als ich zum ersten Mal das Duo Zimt und Zauber in einem Separée eines Heurigen-Lokals in Wien live erlebt habe.
Mimi Zimt und Michel Zauber sind würzige Kunstnamen für zwei Musiker, die ihren Lebensunterhalt als Orchestermusiker im RSO Wien verdienen. Mimi ist Cellistin, alias: Petra Hartl, Michel ist Geiger, alias: Michael Radanovics.
Man trifft mitunter immer noch auf das Vorurteil, Orchestermusiker würden im Lauf ihrer Dienstjahre immer mehr die Lust an der Musik verlieren, in ihrer Freizeit alles andere tun, nur eines nicht: Musikmachen. Mir begegnen in Wien ständig Musiker und Musikerinnen, die nicht nur sehr gut und sehr gerne im Orchester spielen, sondern in verschiedensten kammermusikalischen Formationen aller Genres ihrem Können weit mehr als heiße Luft machen und unbändige Lust am Musizieren haben. (Was nicht heißen soll, dass anderweitige Neigungen wie passioniertes Sammeln von Musikinstrumenten, feinstes Tischlern, Lokal führen oder Weinhauern nicht auch noch nebenbei und alles andere als laienhaft in ihrem Leben Platz hätte...)
Mimi und Michel bereichern seit 2003 als Zimt und Zauber die Beislszene mit ihren Dialektliedern, Balladen, internationalen Popsongs. Die meisten Liedtexte sind übersetzt oder neu geschrieben von Michael Radanovics, der - versierter Jazzgeiger und Arrangeur - auch für die Arrangements zeichnet. Ist Zimt und Zauber unterwegs, bleibt die Geige, mit der er im Motus Quartet aufgespielt hat oder bei den Neuwirth Extrem Schrammeln, zuhause und macht der Gitarre, plugged and unplugged, Platz. Und Petra-Mimi gibt mit ihrem Kontra-Alt, lupenrein intoniert und mit entsprechendem Feeling, die Überstimme.
14 des mittlerweile an die 70 Songs umfassenden Repertoires von Zimt und Zauber - der Name ist einem Gedichtband HC Artmanns entlehnt - sind auf ihrer ersten CD festgehalten. Zufälle bringen Ideen für neue Lieder und Kindheitserinnerungen, zum Beispiel an die Zeiten als man Sonntagsspaziergänge machen musste (nicht eben angenehme Erinnerungen). Führten sie allerdings bei der Familie Radanovics entlang der abgeschnittenen Schienen einer Schmalspurbahn im oberösterreichischen Steyr, dann war das für den kleinen Michi schon verlockend.
Denn da stand ein Waggon, der seine ursprüngliche Funktion verloren hatte, an den Fenstern war er mit Vorhangerln versehen und aus dem Kamin rauchte es heimelig. Dieser Waggon zog ihn an, machte neugierig, da hätte er gerne gewohnt und 40 Jahre später, unterwegs mit seinem Orchester, dem RSO Wien, sieht er vom Zugfenster aus so einen Waggon, in dem sich die Arbeiter in den Pausen aufhalten und jausnen, und die Idee zu einem neuen Lied ward geboren.
Es gibt Gerüche, die einen schlagartig in längst vergangene Zeiten katapultieren. Gute und weniger gute. Andere Initialzündung für ein Lied von Michi Zauber: der geölte Boden in der Volksschule, angebrannte Milch im Kindergarten, oder häuslicher Duft nach Mittagskohl: "Und dann fallen dir auch wieder Typen ein, die im Eysnfeld gelebt haben, die es tatsächlich in der Nachbarschaft gegeben hat".
Schaut man auf Eynsfeld aus der Vogelperspektive, so sieht man einen Stadtteil, 400 m lang, 150m breit, der sich wie ein Schiff ausmache, um das rundherum die Steyr fließt. Michael Radanovics war ein phantasiebegabtes Kind. So hat er sich vorgestellt, wenn er ganz hoch hinaufstieg im Haus, und die Wolken niedrig lagen, der Himmel sei ganz nah, fast zum angreifen. "Eynsfeld" wird sich auf der nächsten CD von Zimt und Zauber finden."


Text: Renate Burtscher